Parodontologie

Bei einer Parodontitis verursachen Bakterien zunächst eine Entzündung des Zahnfleischs. Wird diese nicht sofort behandelt, führt sie zur Bildung von Zahnfleischtaschen und zum Abbau des Kieferknochens. Dadurch verlieren die Zähne immer mehr an Halt und können schließlich verloren gehen. Weitere unangenehme Begleiterscheinungen der Parodontitis sind gerötetes Zahnfleisch, Mundgeruch und freiliegende Zahnhälse.

Die Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die zwar nicht komplett geheilt, aber meist erfolgreich zum Stillstand gebracht werden kann. Voraussetzungen dafür sind eine kontinuierliche exzellente Mundhygiene sowie regelmäßige Prophylaxe.

Die Therapie der akuten Erkrankung erfolgt in mehreren Schritten:

Zu Beginn erfolgt in der Regel eine zweimalige professionelle Zahnreinigung, um alle Bereiche, die ohne örtliche Betäubung zugänglich sind, zur Vorbereitung der eigentlichen Parodontosebehandlung perfekt zu reinigen und zu desinfizieren. Diese wird anschließend unter örtlicher Betäubung durchgeführt, möglichst an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Full-Mouth Disinfection, FMD). Nach ca. einer Woche ist eine kurze Nachbehandlung zur nochmaligen Reinigung und zur Politur der Zähne erforderlich. Etwa sechs bis acht Wochen später bewerten wir die parodontale Situation neu und planen die Behandlungsintervalle für die Erhaltungstherapie (unterstützende Parodontitistherapie, UPT).

In Einzelfällen ergeben die Reevaluation und eine weiterführende Keimbestimmung die Notwendigkeit einer systemischen Antibiotikatherapie und/oder aufbauender Maßnahmen im Zahnhalteapparat. Um die optimale Desinfektion der Zahnfleischtaschen zu erzielen, setzen wir in unserer Praxis unterstützend Laser (photodynamische Desinfektion) oder Ozon ein.

Wie läuft die Parodontitis-Behandlung mit dem Laser ab?

Zunächst werden die Zahnfleisch- und Knochentaschen sowie die Wurzeloberflächen unter lokaler Betäubung mechanisch mit Ultraschall-Aufsätzen und Handinstrumenten gründlich gereinigt. Durch die Entfernung der Beläge unter dem Zahnfleisch wird die Bakterienzahl reduziert. Im zweiten Schritt wird eine blaue Farblösung in die Zahnfleischtaschen appliziert. Die Farbstoffmoleküle, die stark auf die Wellenlänge des Lasers reagieren, heften sich an die Bakterienmembran. Durch die nun erfolgende Beleuchtung mit dem Laser werden die Bakterienmembranen zerstört, und die Bakterien damit vernichtet.

Was sind die Vorteile einer Laserbehandlung?

Durch die Laserbehandlung wird die Bakterienzahl in den Zahnfleischtaschen schonend und nachhaltig reduziert. In vielen Fällen kann dadurch auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet werden. So können eventuell auftretende Nebenwirkungen wie z. B. allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden und Resistenzbildung gegenüber Antibiotika vermieden werden.

Welche Alternativen zur Laserbehandlung gibt es?

Als Alternative zum Laser kommt der Einsatz von Ozon infrage. Ozon (dreiwertiger Sauerstoff) ist hochwirksam gegen alle Arten von Bakterien, Viren und Pilzen. Bei der Parodontitisbehandlung gewährleistet das lokal in den Zahnfleischtaschen freigesetzte Ozon eine sehr gute Desinfektion, und es weist zudem eine heilungsunterstützende Wirkung auf.

Was kostet die Laser- bzw. Ozonbehandlung?

Beide Behandlungsarten sind in den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht enthalten und werden deshalb nicht erstattet. Private Krankenversicherungen erstatten nach vorheriger Absprache. Wenn Sie eine Laser- bzw. Ozonbehandlung wünschen, beraten wir Sie gern auch hinsichtlich der Kosten.